Das Konzept des 15-Minuten-Stadtquartiers in städtischen Randlagen – zwischen Traum und Wirklichkeit

Klementschitz, Roman and Charalampidou, Georgia and Susilo, Yusak (2025) Das Konzept des 15-Minuten-Stadtquartiers in städtischen Randlagen – zwischen Traum und Wirklichkeit. URBAN INNOVATION: TO BOLDLY GO WHERE NO CITIES HAVE GONE BEFORE. Medium sized cities and towns as a major arena of global urbanisation. Proceedings of REAL CORP 2025, 30th Intl. Conference on Urban Development, Regional Planning and Information Society. pp. 261-271. ISSN 2521-3938

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Abstract

Das DREAMS-Projekt (finanziert durch das Forschungsprogramm Driving Urban Transitions to a sustainable future, https://dutpartnership.eu/) untersucht Entwicklungspfade zu barrierefreien, nachhaltigen und integrativen 15-Minuten-Quartieren in urbanen Randlagen in europäischen Städten und Regionen. Dabei werden 6 europäische Stadtquartiere außerhalb der dichten Stadtzentren als Living Labs herangezogen (Budapest, Brüssel, München, Paris, Utrecht und Wien). In einem ersten Schritt wurde die Ausgangslage untersucht, inwieweit die Mobilität der Einwohnerinnen und Einwohner schon heute dem Konzept der 15 Minuten-Stadt entspricht und wo die Defizite zu Tage treten. Hierbei wird nach verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Verkehrszwecken unterschieden. Analysen des Mobilitätsverhaltens in den 6 Living Labs zeigen, dass der höchste Anteil an Wegen innerhalb von 15 Minuten bei Einkaufswegen (45%-81%) besteht, gefolgt von Freizeit (33%-58%) und Ausbildung (32%-49%). Im Vergleich zu Zentren nahen Quartieren sind die Ausbildungswege länger (wegen der geringeren Dichte an Ausbildungseinrichtungen), die Wege zur Freizeit hingegen kürzer (wegen dem besseren Naherholungsangebot bei den Quartieren an den Stadträndern). Von einem ausreichend hohen Anteil kann man im Ist-Zustand jedoch bei keinem Verkehrszweck sprechen. Auch bei unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen (z.B. Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Einkommen) gibt es Unterschiede und erreicht in keiner der untersuchten Gruppen einen Idealzustand. Es zeigt sich außerdem, dass die Stadtstruktur bei vielen Verkehrszwecken eine wesentliche Rolle spielt. Wenn die Stadt sehr monozentristisch aufgebaut ist, sind viele Bewohnerinnen und Bewohner der Randlagen gezwungen, Wege in die Stadtzentren zu unternehmen, um ihre grundlegenden Bedürfnisse befriedigen zu können. Ähnlich verhält es sich, wenn Städte monofunktional aufgebaut sind, also Wohnquartiere weit von Einkaufsmöglichkeiten, Arbeitsplätzen, medizinischen und Ausbildungseinrichtungen entfernt sind (auch wenn sich diese in den Randlagen befinden). In diesen Fällen wird es schwierig, Wege mit aktiven Mobilitätsformen (primär zu Fuß oder Fahrrad) innerhalb von 15 Minuten zurückzulegen. Einerseits kann man nun die Definition der 15-Minuten-Stadt aufweichen. Vielleicht reicht auch eine 20 oder 30 oder x Minuten Stadt an den Stadträndern? Sollen (umweltverträgliche) motorisierte Verkehrsmittel (Mikro-ÖV, E-Bike, Car-Sharing, etc.) miteinbezogen werden, um die Reichweiten innerhalb der 15-Minuten-Grenze zu vergrößern? Andererseits können Stadtstrukturen analysiert werden und Defizite bei Angeboten im Stadtquartier erkannt und verringert werden (auch durch finanzielle Beiträge des öffentlichen Sektors, wenn aufgrund der geringeren Nachfrage Angebote nicht marktwirtschaftlich betrieben werden können). Realistischerweise wird es wohl ein Mix aus diesen Ansätzen für Stadtquartiere in Randlagen geben, eventuell auch abgestuft nach den Verkehrszwecken. Ausgehend von den vorliegenden Analysen werden daher in diesem Projekt auch neue Geschäftsmodelle und Governance-Ansätze für Mobilitätsdienste (einschließlich Mikromobilität, Carsharing, bedarfsgesteuerter Verkehre) und mit Mobilität in Zusammenhang stehenden Aktivitäten und Angeboten (z. B. Pop-Up Stores, kulturelle Aktivitäten im Stadtteil) in diesen Gebieten mit geringer/mittlerer Dichte entwickelt und getestet. Es wird analysiert, inwieweit diese Interventionen geeignet sind, sich dem Konzept einer 15-Minuten Stadt anzunnähern.

Item Type: Article
Uncontrolled Keywords: Mobilitätsverhalten, Stadtrand, 15-Minuten-Stadt, Planung, Städtebau
Subjects: H Social Sciences > HE Transportation and Communications
T Technology > TA Engineering (General). Civil engineering (General)
Depositing User: The CORP Team
Date Deposited: 25 May 2025 15:47
Last Modified: 07 Jul 2025 10:05
URI: http://repository.corp.at/id/eprint/1235

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