Bau auf! Kreislaufgerechte Architektur in der Lehre

Böhm, Sandra and Hebel, Dirk E. (2019) Bau auf! Kreislaufgerechte Architektur in der Lehre. REAL CORP 2019 – IS THIS THE REAL WORLD? Perfect Smart Cities vs. Real Emotional Cities. Proceedings of 24th International Conference on Urban Planning, Regional Development and Information Society. pp. 123-133. ISSN 2521-3938

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Abstract

Traditionell verwendete Ressourcen im Bauwesen wie Sande, Kiese, Erze, Kupfer oder Zink, werden durch einen nie dagewesenen Raubbau seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert nur noch wenige Jahre in der Erdkruste für Industrien mit vertretbaren Abbauaufwand zur Verfügung stehen. Das Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie stellt bereits 2005 das dramatische Reserven-zu- Produktion-Verhältnis von Basismetallrohstoffen dar.1 Allein durch einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Ressourcen ist ein angemessener und humanitärer Lebensstandard für jeden Menschen unserer stetig wachsenden Erdbevölkerung realisierbar. Nur ein konsequent kreislaufbasiertes System garantiert, dass auch nachfolgende Generationen essentielle Ressourcen weiterhin und unendlich nutzen können. Die neuen digitalen Technologien bilden die zweite wichtige Säule für eine zukunftsfähige Bauindustrie. Firmen wie WASP drucken Häuser aus Strohlehm und sehen diese Technologie als Chance für weniger entwickelte Regionen der Welt ihre traditionellen Materialien aus der „altmodisch“- Ecke zu holen. So wird die Frage der Modernität nicht mehr am Material festgemacht, sondern an der Frage der Konstruktion und Fertigung. Auch in westlichen Regionen nimmt die Frage der digitalen Fabrikation an Fahrt auf. DUS Architects hat bereits 2016 eine aus Biokunststoff gedruckte Fassade fertiggestellt.2 Barack Obama, ein prominenter Besucher der Baustelle, bezeichnete schon 2013 den 3D-Druck als die Technologie, welche die Art und Weise der Produktion in fast allen Industriezweigen revolutionieren wird.3 Ein sich komplett neu entwickelndes Feld wird die Verwaltung der Daten zu den neu entstehenden Stoffströmen sein. Wir erleben eine Revolution des traditionellen Kadasterwesens, in dem vorhandene Materiallager mit den entsprechenden Materialdaten dokumentiert und verwaltet werden müssen. Architekten und Ingenieure müssen zukünftig für immer mehr Menschen mit weniger und besser eingesetztem Material kreislaufgerecht bauen. Wir, als Lehrende an der Fakultät Architektur des KIT Karlsruhe, haben die Aufgabe unsere Studierenden für die zentralen Themen der Bauindustrie zu sensibilisieren und für deren Anforderungen auszubilden. Auf den folgenden Seiten liegt der Fokus deshalb nach der Beschreibung der angeführten Problematik und möglicher Lösungsansätze, auf dem Forschungsseminar „Bau auf!“ des Fachgebiets Nachhaltiges Bauen. Durch experimentelle Materialforschung in Verbindung mit dem 3D-Druck soll den Studierenden die noch neue Technologie in höherem Maße zugänglich gemacht werden. Dabei sehen wir uns in der Verantwortung eine materialgerechte Architektur auf Basis nachhaltiger Grundsätze bereits im Studium zu etablieren und entsprechend im Curriculum zu verankern.

Item Type: Article
Uncontrolled Keywords: Architektur aus dem 3D-Drucker, digitale Fabrikation, kreislaufgerechtes Bauen, Lehre und Forschung, experimentelle Materialforschung
Subjects: H Social Sciences > HB Economic Theory
H Social Sciences > HS Societies secret benevolent etc
H Social Sciences > HV Social pathology. Social and public welfare
L Education > LB Theory and practice of education
Depositing User: The CORP Team
Date Deposited: 26 Mar 2019 14:19
Last Modified: 31 Mar 2019 21:06
URI: http://repository.corp.at/id/eprint/495

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