Kaiser, Tanja and Henninger, Sascha (2026) Landschaftserleben für alle – Entwicklung eines Leitfadens zur Gestaltung von barrierearmem und erlebnisorientiertem Wandertourismus für Blinde und Sehbeeinträchtigte. EVERYBODY PLANS ... SOMETIMES. Cherish Heritage, Plan Now, Create a Better Future! Proceedings of REAL CORP 2026, 31st International Conference on Urban Development, Regional Planning and Information Society. pp. 571-583. ISSN 2521-3938
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Text (Landschaftserleben für alle – Entwicklung eines Leitfadens zur Gestaltung von barrierearmem und erlebnisorientiertem Wandertourismus für Blinde und Sehbeeinträchtigte)
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Abstract
Die Orientierung im Raum wird bei sehenden Personen primär über visuelle Informationen gesteuert, was Wandern als Freizeit‑ und Erholungsaktivität besonders populär macht. Touristische Angebote – wie Panoramawanderwege, Lehrpfade mit Schautafeln oder Burgenbesuche – sind ebenfalls überwiegend auf den visuellen Sinn ausgerichtet. Personen mit Blindheit oder signifikanter Sehbehinderung, deren Anteil in einer demografisch alternden Gesellschaft steigt, haben daher oft keinen adäquaten barrierefreien Zugang zu diesen Angeboten und erleben in diesem Freizeitbereich häufig keinen ausreichenden Erholungswert. Das Projekt „Landschaftserleben für Alle“ adressiert diese Lücke, indem es funktionale Barrierefreiheit mit erlebnisorientierter Inklusion verknüpft und damit die UN‑Behindertenrechtskonvention operationalisiert. Ziel des Projektes ist die Identifikation von Erfolgs‑ und Hemmungsfaktoren für die touristische Aufwertung von Naturräumen und Attraktionen aus der Perspektive blinder Nutzerinnen und Nutzer. Im Rahmen von Gruppeninterviews, Mapping‑Wanderungen und Co‑Design‑Workshops werden Gestaltungsprinzipien für die Besucherlenkung sowie ein Erleben durch andere Sinne entwickelt. In einer ausgewählten Pilotregion wird in einem ersten Schritt ein bestehender Wanderweg sowie dort befindlichen „Sehenswürdigkeiten“ hinsichtlich ihrer Eignung für prototypische Barrierelösungen und ihres Erlebnispotential analysiert. Durch die Durchführung iterativer Usability‑Tests mit blinden Wanderern wird der exemplarisch optimierte Weg verfeinert. Zudem werden Leitlinien für eine Gestaltung erarbeitet, die über die reine Zugänglichkeit von Informationen hinausgeht. Abschließend erfolgt der Transfer des erworbenen Wissens in einem praxisorientierten Leitfaden sowie einer begleitenden Workshop‑Reihe an Planerinnen, Planer, Touristikerinnen, Touristiker, Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger. Damit möchte das Projekt ein inklusives Modell etablieren, das nicht nur die physische Zugänglichkeit, sondern auch das subjektive Erholungs‑ und Gemeinschaftserlebnis von Menschen mit Sehbehinderung nachhaltig verbessert. In diesem Beitrag liegt der Fokus auf der Darstellung der Auftaktphase September 2025 bis März 2026. Es werden Teilprojektziele, methodische Herangehensweisen und erste Ergebnisse vorgestellt.
| Item Type: | Article |
|---|---|
| Uncontrolled Keywords: | Inklusion, Barrierefreiheit, Sehbeeinträchtigte, Tourismus, Besucherlenkung |
| Subjects: | H Social Sciences > H Social Sciences (General) T Technology > TA Engineering (General). Civil engineering (General) |
| Depositing User: | The CORP Team |
| Date Deposited: | 08 Apr 2026 20:17 |
| Last Modified: | 08 Apr 2026 20:17 |
| URI: | http://repository.corp.at/id/eprint/1366 |
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